Wer sich für Rollrasen entscheidet, denkt zuerst an den Preis pro Quadratmeter. Das ist nachvollziehbar – aber es ist nur ein Teil der Gesamtrechnung. Wer 100 Quadratmeter Rollrasen plant und nur den Saatgutpreis mit dem Rollrasenpreis vergleicht, unterschätzt die tatsächlichen Kosten leicht.
Ein realistischer Überblick hilft, die Entscheidung informiert zu treffen.
Der reine Materialpreis
Rollrasen kostet im deutschen Handel je nach Qualität, Lieferant und Jahreszeit zwischen 2,50 und 5,00 Euro pro Quadratmeter. Einfache Gebrauchsrasensoden, wie sie in vielen Gartenmärkten angeboten werden, liegen oft am unteren Ende dieser Spanne. Hochwertige Sorten – etwa Sportrasen, Schattenrasen oder besonders dichte Repräsentationsrasen – können auch über 5 Euro gehen.
Für 100 Quadratmeter bedeutet das beim Materialpreis allein: 250 bis 500 Euro, je nach Qualitätsstufe.
Wer direkt beim Produzenten oder Rollrasenlieferanten bestellt statt im Gartenmarkt, zahlt oft weniger – aber es kommt auf die Mindestabnahmemengen und die Lieferbedingungen an.
Was für die Lieferung anfällt
Rollrasen wird auf Paletten geliefert. 100 Quadratmeter Rollrasen wiegen je nach Feuchtigkeitsgehalt zwischen 800 und 1.200 Kilogramm – das erfordert eine Lieferung per Spedition, nicht per Paketdienst.
Die Lieferkosten variieren erheblich: regional kann man 50 bis 150 Euro zusätzlich rechnen, bei größerer Entfernung oder schwierigen Zufahrten entsprechend mehr. Manche Anbieter liefern kostenfrei ab einer bestimmten Mindestmenge, was bei 100 Quadratmetern manchmal zutrifft, manchmal nicht.
Ein praktischer Aspekt, der oft unterschätzt wird: Die Palette muss irgendwo abgeladen werden. Ob der Lieferant bis an die Grundstücksgrenze fährt, ob ein Kran oder Stapler benötigt wird, und wie weit der Rollrasen dann noch geschleppt werden muss – das kann zusätzlichen Aufwand und manchmal auch Kosten bedeuten.
Kosten für die Bodenvorbereitung
Rollrasen auf schlechten Boden zu verlegen ist eine häufige Fehlinvestition. Die Soden wachsen schlecht an, wenn der Boden darunter verdichtet, sauer oder nährstoffarm ist.
Wer den Boden selbst vorbereitet – lockern, ausgleichen, eventuell mit Rasenerde oder Sand verbessern – hat vor allem Zeitaufwand. Wenn Rasenerde oder Bettungssubstrat gekauft werden muss, kommen für 100 Quadratmeter schnell noch einmal 50 bis 150 Euro dazu, abhängig davon, wie viel Material gebraucht wird.
Wer einen Gartenbauer oder Helfer für die Bodenvorbereitung beauftragt, rechnet je nach Region mit Stundenkosten zwischen 25 und 50 Euro – für 100 Quadratmeter Bodenvorbereitung mehrere Stunden Arbeit.
Kosten für das Verlegen
Rollrasen selbst zu verlegen ist körperlich, aber technisch nicht schwierig. Man braucht kein Fachwissen, nur etwas Kraft, Geduld und eine scharfe Rasenschere oder ein Teppichmesser für Zuschnitte.
Wer professionell verlegen lässt, zahlt etwa 3 bis 6 Euro pro Quadratmeter Arbeitskosten – also zusätzliche 300 bis 600 Euro für 100 Quadratmeter. Das macht Sinn bei großen Flächen, bei schlechter körperlicher Verfassung oder wenn Zeitdruck besteht.
Die Gesamtrechnung
Realistisch betrachtet kommt man bei 100 Quadratmetern Rollrasen auf folgende Bandbreite:
Selbst verlegen, einfacher Rollrasen, Lieferung inklusive: 350 bis 650 Euro.
Selbst verlegen, besserer Rollrasen mit Bodenverbesserung: 500 bis 900 Euro.
Rollrasen mit professioneller Verlegung: 800 bis 1.400 Euro – manchmal mehr.
Das sind ungefähre Orientierungswerte. Regionale Unterschiede, Saisonpreise und der Zustand des vorhandenen Bodens können die tatsächlichen Kosten erheblich beeinflussen.
Was man beim Vergleich mit Säen beachten sollte
Die Kosten für eine Neusaat derselben Fläche liegen beim Saatgut bei etwa 6 bis 25 Euro. Der Aufwand für Bodenvorbereitung ist ähnlich. Wer selbst sät und selbst vorbereitet, spart den Großteil des Materialpreisunterschieds.
Der Preis für Rollrasen ist der Preis für das Sofortergebnis – und das ist legitim. Wer weiß, was er dafür bekommt, und das Budget stimmt, trifft eine informierte Entscheidung. Ein detaillierterer Vergleich beider Optionen in Aufwand, Langlebigkeit und Eignung für verschiedene Situationen findet sich im Artikel Rollrasen oder Säen: Was ist billiger, schneller und hält länger?
